Mutters Sprache

Mutter spricht den ganzen Tag. Manchmal – wenn ich mit 2 von 3 Kindern und dem Hund mit dem Rad zur Schule und zum Kindergarten fahre – habe ich morgens um 9 schon meine 10.000 Worte verbraucht.

Die Stille der geschriebenen Worte gibt mir etwas Ruhe, wenn ich gelegentlich überlege, ob Kinder-Flohmarkt heißt, dass man dort seine Kinder los werden kann. Ich würde mich dann sogar runter handeln lassen. Hin und wieder drohe ich den Kindern (bevor jemand das Jugendamt einschaltet: SCHERZHAFT!!!) mit Kinder-Sperrmüll am kommenden Tag. Alle an die Straße stellen – Abholung am kommenden Morgen. Erledigt. Ha!

Ich habe meine Grenzen, ich bin ein Mensch, ich habe Gefühle. Und obwohl ich „NUR“ Mutter bin

Hausfrau mit einer hervorragenden Ausbildung, beste Expertise im Event-Management, super Voraussetzung für 3 Kindergeburtstage im Jahr!

bin ich überhaupt nicht gelangweilt. Manchmal träume ich von einem Leben ohne die Sensibel-Zicke, die Drama-Queen und den Zwerg-Tyrannen.

Aber alle diese Typen habe ich im Job auch um mich herum gehabt. Und das waren nicht meine Kinder! Die Erziehungsfehler haben andere begangen.

Ich bin also meistens glücklich mit meiner Meute. Ich mag nur die Mütter nicht, die mir mit verklärtem Gesichtsausdruck versichern, dass ihr Leben seit der Entbindung der Kinder dauerschön und erfüllt sei. Das ist es bei mir eher selten. Und trotzdem würde ich es immer wieder so machen.

Denn ich liebe meine Kinder nicht nur WEIL sie so oder so sind, sondern auch TROTZDEM sie so sind.    

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