Feste feiern, wie sie fallen?

Regelmäßig vor und nach den Ferien, ist MuttersSprache dem Wahnsinn nahe. Früher war das „nur“ vor den Sommer- und Weihnachtsferien so. Gefühlt jagen Ferien Ferien – mittlerweile ist es ein Dauerzustand geworden. Der Montag nach den letzten Herbstferien war Halloween.

Haben wir früher Halloween gefeiert? Haben wir nicht! 

Die Kinder finden es toll. So macht MuttersSprache zähneknirschend, lächelnd mit. In den Ferien erschien in der WhatsApp-Mütter-Nervensägen-Gruppe die Frage, ob wir nicht für die Kinder eine Halloween-Party in der Schule organisieren sollten. Nur etwas KLEINES.

Nein, das wollen wir nicht! MuttersSprache wandte (wohlgemerkt OHNE DramaQueen dazu zu befragen) ein, dass Halloween ohnehin eine stressige Veranstaltung sei, da die 3 Kinder geschminkt und teilweise begleitet oder (Hurra!) zu anderweitigen Begleitern gebracht werden müssen. Gleichzeitig muss MuttersSprache die Haustür im Blick behalten und das Haus möglichst nicht verlassen, damit leer ausgehende Grüppchen nicht die Tür oder den Türgriff oder die Autos oder den Gartenzaun oder die Wand mit irgendetwas beschmieren. Ganz zu schweigen davon, dass Halloween und Silvester in der Beliebtheitsskala des MutterHundes ganz weit unten rangieren.

MuttersSprache hat Halloween in der Schule getötet. Entweder trauten sich die Befürworter nicht mehr, das durchzuziehen oder aber ganz viele andere schweigende Mütter dankten insgeheim. Das wird immer ein Geheimnis bleiben.

Gemerkt hat es keiner, denn Halloween fand trotzdem statt. Und zwar genau so, wie oben beschrieben.

Weihnachten folgte auf dem Fuße – das geht aber auch immer alles so schnell, insbesondere, da DramaQueen Ende November auch noch Geburtstag hat.

Um nicht in Terminstress zu geraten, geht MuttersSprache selbst zu keiner Weihnachtsfeier. Oder im Januar. 

Da sollen nun also 3 Kinder Weihnachten feiern. Zwei mit ihren Schulklassen, eins mit dem Kindergarten, 3 im Sportverein (in unterschiedlichen Gruppen, wohlgemerkt), 2 bei der Aufführung der Musikschule, 1 bei der elementaren Musikerziehung. Hinzu kommen 3 Weihnachtsmärchen-Besuche mit der jeweiligen Betreuungs-Einrichtung und tatsächlich ein Familien-Weihnachtsmärchen-Besuch. Zwei Kindergeburtstage (zum Glück nicht unsere) fallen auch noch in die Zeit.

An einem Donnerstag, ca. 1,5 Wochen vor Weihnachten also im Kindergarten. Von 15.00 bis 16.30 Uhr. Dann musste MuttersSprache mit einem schreienden TerrorZwerg (weil die Party ja noch im vollen Gange war) und einer genervten DramaQueen (weil die andere Party ohne sie bereits begonnen hatte) das nette Beisammensein (das war es wirklich!) verlassen. Schnell die übrig gebliebenen Kleinigkeiten und die immer wieder mitzubringenden – jetzt benutzten – Teller, Besteck und Becher in den Korb geschmissen. Los.

Dort angekommen (schon satt) – die Gemütslage hatte sich glücklicherweise beruhigt – begrüßte mich die 1KindHalloweenMutter mit den beruhigenden Worten, dass es doch schön sei, so kurz vor Weihnachten nochmal eine kurze Auszeit vom Trubel zu genießen. Ohne Glühwein aus dem benutzten Becher kaum zu ertragen, aber Glühwein gibt es dort natürlich nicht. Um 18.00 mit aufgeräumt. Schnell die übrig gebliebenen Kleinigkeiten und die – immer noch benutzten – Teller, Besteck und Becher in den Korb geschmissen. Los. Zu Hause hatten die Kinder Hunger.

Hat das müde Gedächtnis von MuttersSprache diese frühkindlichen Aktivitäten einfach verdrängt, verschluckt, vergessen? Es gibt keine Erinnerung an eine Weihnachtsfeier in der Klasse MIT Eltern, keine Erinnerung an ein Sommerfest auf dem Spielplatz MIT Eltern, sowieso keine Erinnerung an Halloween (wie auch?). Es gibt eine Erinnerung an langweilige Kaffeebesuche bei älteren Tanten und an Rumelpott-Laufen zu Silvester OHNE Eltern.

Eine Verbündete im Kampf gegen Termin-Tetris berichtete, dass in der Klasse ihrer Tochter regelmäßig auf Elternabenden über sonntägliche Treffen ganz am Ende der Weihnachtsferien oder IN den Sommerferien abgestimmt würde. Und dass sie immer eine der wenigen Ablehner sei. Das Fest findet statt, doch regelmäßig ohne sie.

Dafür sind dann dort sogar DoppelEltern vielfach vertreten. Das sind die, die die Kinder von den Kindergeburtstagen (die nur noch an Wochenenden stattfinden!) auch zu zweit abholen, um mit den Geburtstagskind-Eltern auch ohne explizit ausgesprochene Einladung noch einen Sekt zu trinken.

Los, wir machen mal ein Fest: wir nehmen eine Auszeit von Weihnachtsfeier, Halloween, Sommerfest, Klassenfest, Elternabend, Infoabend, Kennenlern-Nachmittag, Abschiedsfest, Herbstfest, Laternenfest, Frühlingsfest, Vorspiel-Termin, Faschingsfest, Kinder-Disco. Alle dürfen kommen, sogar 1KindHalloweenEltern, ElternabendDoppelEltern und EngagierteGetrennteEltern. Aber die haben keine Zeit…

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